Bauphysik

Sd-Wert und μ-Wert Begriffserklärung

Der sd-Wert?

„Wasser­dampf­diffusions­äquivalente Luft­schicht­dicke” ­ (kurz: sd-Wert)

Der Begriff SD-Wert ist ein theoretischer Wert der die Dampf­durch­lässig­keit eines Bau­stoffes bestimmt.

Je höher der Wert, desto weniger Feuchtig­keit diffundiert (kriecht) durch das Material.

Wenn man hoch diffusions­offene Dach­bahnen auf einer Seite mit Seifen­wasser nass macht und auf der anderen Seite mit dem Mund bläst, ent­stehen Blasen.

Gute diffusions­offene Dach­bahnen (kleiner SD-Wert) sind nach meiner Erfahrung Stamisol und Delta Foxx von Dörken.

Kleiner SD-Wert Hoher Feuchtigkeits­durchlass

Hoher SD-Wert Geringer Feuchtigkeits­durchlass

Feuchtigkeitsmessungen

Wenn die Häuser zu dicht sind, d. h. der SD-Wert der Bauteile zu hoch ist, dann machen sich die Schwach­stellen stärker bemerkbar.

Auf dem deutschen Baustoffmarkt wird eine PE-Folie mit einem SD-Wert von 100 m als Dampfbremse verkauft.

Absolute Luftfeuchtigkeit Temperatur und Feuchtigkeit im Vollwärmeschutz Auch eine OSB-Platte mit einem theoretischen SD-Wert von 2 m bezeichnet man als diffusions­offen.

Ich empfehle nur Dampfbremsen mit einem maximalen SD-Wert unter 6 Metern.

Bei einer Dämmung mit Holzfaser und Zellulose (mehr als 15 kg/m²) kommt es auch ohne Dampfbremse im Normalfall zu keinem Tauwasserausfall.

Alle Materialien haben die Fähigkeit, die Diffusion zu bremsen. Bei gasförmigem H2O heißt diese Material­eigen­schaft: Wasser­dampf­diffusions­wider­stands­zahl μ-Wert).

μ-Wert x Schicht­dicke ergibt den sd-Wert (Einheit: m).

s = Strecke und d = Diffusion. sd-Wert.

Je dichter die Häuser, desto größer ist der Schaden bei Baufehlern.

Mit den falschen Materialien zu dicht gebaut,... zum abreißen zu schade und zum renovieren zu teuer.

Über die tatsächliche Funktionalität eines Bauteils sagt der sd-Wert der Dampfbremse relativ wenig aus.

Die Feuchtigkeit sucht sich stets den Weg des geringsten Widerstandes.

Abstrakte Werte kann man nur mit abstrakten Mitteln erklären.

Absolute und relative Feuchtigkeit Diagramm Wenn ich Holz auf´s Feuer lege, dann wird die Flamme größer.

Zum anzünden eines Feuers ist es nicht notwendig, dass man die chemischen Zusammenhänge der Flamme versteht.

Auf der ganzen Welt weiß man, dass man zum Fernsehen eine Satellitenschüssel, Kabel, Receiver und einen Fernseher braucht.

Styropor, Pu-Schaum und Mineral­wolle sind keine sorp­tions­fähigen Bau­stoffe, sie besitzen keine Kapillari­tät und sie lassen Diffu­sion nur durch sogenannte „Baufehler“ zu.

Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasser­dampf kann sie enthalten.

Die relative Luftfeuchtigkeit gibt an, wie viel Prozent des maximalen Wasser­dampfgehaltes die Luft momentan enthält. Da der maximale Wasser­dampfgehalt mit steigender Temperatur ansteigt, fällt die relative Luftfeuchtigkeit mit steigender Temperatur.

Die Taupunkttemperatur ist die Temperatur, bei deren Unterschreitung Wasser­dampf zu kondensieren beginnt.

Bauschäden entstehen meistens an den Anschlussstellen. Durch Fugen entweicht warme, mit Feuchtigkeit angereicherte Luft und kühlt sich ab. Dabei entsteht Kondensat, das dann zu Schimmelbildung und Fäulnis führt.

Der natürliche Luftaustausch erfolgt durch Diffusion und thermische Bewegung. Da der absolute Feuchtegehalt warmer Luft höher ist, als der von kalter Luft diffundiert die Feuchtigkeit von der warmen zur kalten Seite. Im Sommer spricht man von der Umkehrdiffusion.

Bei Undichtigkeiten findet ein Luftaustausch von warm nach kalt statt. Die Warme Luft dehnt sich aus und hat eine geringere Dichte als kalte Luft. Natürliche Luft­bewegungen durch Wind sorgen ebenfalls für Luftaustausch.

Kommt es im Bauteil (Wand oder Dach) durch Diffusion oder Luftaustausch zu Temperaturen unterhalb der Tau­punkt­temperatur, dann entsteht Kondensat! Als Folge kann Schimmelbildung sein.

Wenn sie Feuer machen dann wird es warm, egal ob sie die chemischen Vorgänge bei der Verbrennung verstehen oder nicht.

Wenn sie Haus bauen, dann nützt es wenig, ob sie wissen wie man nach Glaser den Tau­wasser­ausfall berechnet.

Beim Erwärmen der Luft sinkt die relative Luft­feuchtig­keit. Umgekehrt steigt die relative Luft­feuchtig­keit, wenn sich die Luft abkühlt. Ab 100% relativer Luft­feuchtig­keit kommt es zum Konden­sataus­fall.

Verhältniss absolute zu relative Luftfeuchtigkeit

Bei gut beheizten Neubauten, kann es bereits bei 15 Grad Außen­temperatur zum Konden­sat­ausfall kommen. Wenn sich in der Nacht die Luft abkühlt, dann gibt auch an wolken­losen Tagen Nieder­schlag in Form von Kondensat.

Ein Luft­ent­feuchter kühlt die Luft unter der Tau­punkt. Das Konden­sat fällt aus. Die Luft wird wieder erwärmt und ist trockener als davor.

Im Sommer sollte ein Keller nur gelüftet werden, wenn der absolute Feuchte­gehalt der Außen­luft kleiner ist, als der absolute Feuchte­gehalt der Innen­luft. Als Faust­regel sollte man deshalb beachten: Keller an trockenen und kühlen Tagen lüften!

Die bauphysikalischen Zusammenhänge sind so komplex, dass man sie nicht alle versteht.