Gutachter Befriff

Gutachter Begriff

Der Sachverständige!

Der Begriff Sachverständiger ist nicht geschützt. Es kann sich also jeder so nennen, ohne dass es Konsequenzen hätte. Scheinbar! Denn wenn er als Sachverständiger ohne öffentliche Bestellung etwas schreibt, was widerlegbar ist, dann hat dieser ein Problem. Begriffsdefinition: Von der Handwerkskammer (HWK) Musterstadt öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für das XYZ-Handwerk ist allerdings geschützt.

Dies gilt selbstverständlich auch für die von der IHK bestellten "Allround-Sachverständigen" und die spezialisierten Sachverständigen. Ist es nun so, dass ein offensichtlicher Sachverstand, also die intensive Kenntnis der Theorie und (!) Praxis eines Gewerkes die öffentliche Bestellung zur Folge hat? Mitnichten! Es sind sogar Fälle bekannt, bei denen der Sachverstand, vorsichtig ausgedrückt, arge Mängel selbst für Laien aufweist. Das behindert aber nicht die öffentliche Bestellung.

Unterschied HWK (Handwerkskammer) und IHK (Industrie- und Handelskammer):

Alleine die Bezeichnung sagt schon viel aus. In der Praxis sieht es so aus, dass von der IHK Sachverständige bestellt werden, die keinerlei Erfahrung im praktischen Handwerk vorweisen müssen. Dennoch sind diese z.B. für Schäden an Gebäuden ganz allgemein zuständig. Und zwar für alle Gewerke (gilt nicht für spezialisierte SV wie z.B. Statiker). Bei der HWK werden die Sachverständigen auf ihren erlernten Beruf vereidigt (Maurer, Betonbauer, Goldschmied, Zimmermann, Tischler, Dachdecker etc.). Urteilen Sie selbst!

Problematik

Was macht ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer-, Zimmerer, Betonbauerhandwerk auf dem Dach? Darf er den Murks beurteilen? Vor allem, weil er selbst einen Dachdeckerbetrieb hat oder hatte? Oder andersrum: Was macht ein für das Dachdeckerhandwerk öbuv SV bei der Mangelsuche? Alle Mängel, die er aufgrund seines Wissens, seiner Erfahrung und seiner praktischen Erfahrung auflisten? Ja klar, aber was ist mit dem Dach? Wenn da nur ein Dachstein schief liegt? Tja, dann muss er laut Sachverständigenverordnung einen neuen Auftrag erhalten. Denn das darf er nur in seiner Eigenschaft als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Dachdeckerhandwerk.

Die Haftung und Verantwortung

Wir wissen nicht, was der freundliche Rechtsanwalt dazu sagt (bzw. schreibt). Aber eines wissen wir: die Versicherung interessiert es nicht! Die für öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige der Handwerkskammern gültige Sachverständigenverordnung kann bei den Handwerkskammern, z.T. auch im Internet, eingesehen werden.